| |
Autor: |
Dipl.-Ing.
Wolfgang Seel |
| |
Bilder: |
Heckler
& Koch, Oberndorf |
| |
|
Hensoldt,
Wetzlar |
| |
Datum: |
20.10.1999 |
| |
Background: |
Mehr
über den Autor... |
| |
|
|
| |
|

|
|
Supervisiere für eine Superwaffe
Die Visierentwicklung für das Gewehr G 11
Alle
Urheberrechte liegen
bei Dip.-Ing. Wolfgang Seel
|
Das
Gewehr G 11 für hülsenlose Munition - es sollte
die zukünftige Waffe des deutschen Soldaten werden,
wäre nicht der Warschauer Pakt zusammengebrochen
und das östliche Bedrohungspotential weggefallen.
Dieser Beitrag soll zeigen, wie mühevoll die Entwicklung
dieser High-Tech-Waffe und ihrer Komponenten gewesen
ist.
|
|
|
| |
Die Weichen für die Entwicklung des
Gewehres G 11 für hülsenlose Munition werden Ende der 60er
Jahre gestellt. Studienaufträge, die das Verteidigungsministerium
1968 formuliert, fordern von der neuen Waffe eine ganz wesentliche
Steigerung der Treffwahrscheinlichkeit. Die Waffe soll hülsenlose
Munition verschießen - mit einer Präzision, die alle konventionellen
Waffensysteme übertrifft.
Studienaufträge zur Prüfung der Realisierbarkeit der hohen
Forderungen erhalten neben Diehl und Mauser das Oberndorfer Unternehmen
Heckler & Koch. Zur Entwicklung der gleichermaßen revolutionären
hülsenlosen Munition arbeitet Heckler & Koch eng mit Dynamit
Nobel zusammen. Beide Firmen sind bestens ausgewiesen: Heckler & Koch
und Dynamit Nobel AG nehmen im Sektor kleinkalibriger Waffen und Munition
einen vorderen Rang in der wehrtechnischen Industrie der Bundesrepublik
ein. Es lag daher nahe, daß vom Verteidigungsministerium diese
beiden Firmen bei den Studien einer neuen Schützenwaffe ins Auge
gefaßt werden. Heckler & Koch hat das Gewehr G 3 der Bundeswehr
entwickelt und tausendfach produziert, während die Dynamit Nobel
AG bedeutendster und traditionsreicher deutscher Lieferant für
Kleinwaffenmunition ist.
|
|
|
Mit einer herkömmlichen Visierung ist die geforderte Treffgenauigkeit
der neuen Waffe nicht zu erreichen. Daher stehen von Anfang an Überlegungen
zur Neugestaltung der Visierung gleichrangig neben der Waffen- und
Munitionsentwicklung. Nur ein optisches Visier kommt infrage.

|

| Bild
2: Allererste Einsteckoptik von Hensoldt. |
|
Das renommierte Optikunternehmen Hensoldt
in Wetzlar (Bild 1) hat als Lieferant von 100 000 Zielfernrohren für
das von Heckler & Koch gefertigte Gewehr G 3 einen guten Ruf. Hensoldt
stattet auch seit Jahren die Heckler & Koch-Waffenfamilien mit optischen
Visieren aus und gehört damit zum kleinen Kreis hochqualifizierter
deutscher Technologie-Unternehmen, die hochgesteckte Entwicklungsziele
der Wehrtechnik bewältigen können.
Die ersten Überlegungen zu einem Visier, das modernsten Forderungen
genügt, tauscht Hensoldt schon 1968 mit Heckler & Koch aus. Im
Rahmen laufender Entwicklungen schlägt Hensoldt Kleinzielfernrohre
mit geringer Vergrößerung vor, die ein beidäugiges
Zielerfassen ermöglichen (Bild 2). |
|
|
|
|
Aus Kostengründen scheitert der Vorschlag eines
Kleinzielfernrohres. Eine billigere Lösung einer optischen
Visiereinrichtung muß gefunden werden. Keinesfalls lassen
sich auf moderne kurze Schußwaffen mechanische Visiere setzen.
Eine konventionelle Visierung über Kimme und Korn oder Diopter
und Korn ist aufgrund der kurzen Baulänge der Waffe und der
damit verbundenen kurzen Visierlinie nicht geeignet. Da bei einer
vorgesehenen Rohrlänge von 47 cm die Gesamtlänge der
Waffe maximal 75 cm beträgt und von der Schulteranlage bis
zur Visierung ein Abstand von 38 cm eingehalten werden muß,
würde sich eine Visierlinie von nur 37 cm ergeben. So bietet
sich ein Reflexvisier an.
Als Mitte 1968 ein kostengünstiges Reflexvisier in die Diskussion
eingebracht wird, kann Hensoldt ein Muster dieser Visiereinrichtung
vorlegen. Das Reflexvisier (Bild 3) basiert auf einem alten Patent,
das unterdessen weitgehend in Vergessenheit geraten war. Ein Hensoldt-Meister
aus der Montageabteilung baut in eigener Initiative das erste
Muster eines modernen Reflexvisiers.

Bild
3:
Prinzip des Reflexvisiers. Die vom Tageslicht beleuchtete Zielmarke
wird mit Hilfe eines Objektives ins Unendliche abgebildet. Zwei
Prismen oder Spiegel lenken die Lichtstrahlen in das Auge des
Beobachters. Das Prisma oder der Spiegel trägt eine teildurch-lässige
Schicht, so daß der Beobachter sowohl die Zielmarke als
auch das Ziel überlagert sieht. |
Das Reflexvisier ist auf der Basis eines nicht vergrößernden
Zielfernrohres aufgebaut. Zielbild und Zielstachel fallen für
das Auge im Unendlichen zusammen und werden somit scharf gesehen.
Beim Abbildungsmaßstab 1 : 1 kann das nicht zielende Auge
geöffnet bleiben. Dadurch wird die Zeit für die Zielerfassung
herabgesetzt.
|
|
|
Das Reflexvisier entspricht im Prinzip den
Vorstellungen des Verteidigungsministeriums. Hensoldt erhält
daraufhin einen auf den 30. September 1968 datierten Studienauftrag
über die Weiterentwicklung des Reflexvisiers. Die Hensoldt-Entwicklungs-
und Konstruktionsgruppe "Sonderoptik" - hier werden die Militärgeräte
entwickelt - beginnt mit den Entwicklungsarbeiten. Bis zum Abschluß
der G 11-Entwicklung bearbeitet über zwei Jahrzehnte hinweg ausschließlich
Hensoldt-Mitarbeiter Goubeaud das G 11-Visier. Daneben betreut die
Vertriebsabteilung Sonderoptik, später umbenannt in Sondertechnik
mit Walter Mutz als Leiter die Entwicklung des neuen Visiers. Anfang
der 80er Jahre wird Walter Mutz von Hensoldt-Mitarbeiter Hofmann abgelöst
(Bild 4).
|
 |
|
|
|
Die Forderungen an ein Reflexvisier sind hoch gesteckt: Der Helligkeitsbereich,
in dem die Zieleinrichtung einzusetzen ist, soll sich erstrecken
von voller Tageslichtbeleuchtung bis zu tiefer Dämmerung.
Andererseits sind die Vorzüge des Reflexvisiers vor anderen
konventionellen Zieleinrichtungen gravierend: Akkomodationsschwierigkeiten
sind beseitigt, da Zielbild und Zielstachel für das Auge
im Unendlichen zusammenfallen und somit scharf gesehen werden.
Der Abbildungsmaßstab 1 : 1 des Reflexvisiers gestattet
ein schnelles beidäugiges Zielen. Versuche am 18. und 19.
November 1968 bei der Bundeswehrerprobungsstelle in Meppen bestätigen
die Vorzüge des Reflexvisiers (Bild 5 und 6). Die Versuche
werden am späten Nachmittag ab 16,30 Uhr bei nebligtrübem
Wetter durchgeführt. Man will dabei vor allem prüfen,
ob das Hensoldt-Reflexvisier in der tiefen Dämmerung gegenüber
der konventionellen Visierung über Kimme und Korn Vorteile
bietet. Beim Schiebenschießen auf 100 Meter Entfernung werden
ausgezeichnete Ergebnisse mit dem Reflexvisier in Verbindung mit
dem Gewehr G 3 erzielt.
Dem stehen Nachteile des Reflexvisiers gegenüber: konstruktionsbedingt
ist das Reflexvisier nicht so lichtstark wie ein Zielfernrohr,
die Zielmarke des Reflexvisiers ist bei ungünstiger Lichtverteilung
gelegentlich nur schwer zu erkennen. Farbfilter können den
Kontrast verbessern . Bei Dämmerung reicht die Helligkeit
nicht aus, die Zielmarke des Reflexvisiers ausreichend auszuleuchten.
Sie ist dann nur schwach oder gar nicht zu erkennen. So haben
die weiteren Entwicklungsarbeiten das Ziel, das Reflexvisier zu
optimieren (Bild 7).
Das Magazin der Versuchswaffen liegt über der Seelenachse,
so ergibt sich gegenüber konventionellen Waffen eine größere
Bauhöhe. Hinzu kommt, daß durch die Lafettierung der
Waffe keine abgekröpfte Schulterstütze anzubringen ist.
Daher muß ein Weg gefunden werden, um den Abstand zur Seelenachse
und Visierlinie zu verringern.
Als Lösung bietet sich ein Reflexvisier mit Schrägeinblick
an (Bild 8), der es erlaubt, die Unterkante der Visierung direkt
auf das Gehäuse aufzusetzen. Damit ist es möglich, trotz
des über dem Rohr angeordneten Magazins einen Abstand von
Seelenachse zur Visierlinie von 70 mm einzuhalten - gerade 15
mm mehr als beim G 3. Eine Weile ist am Schrägeinblick festgehalten
worden, bis sich dann doch zeigt, daß es zweckmäßiger
ist, wenn das Auge des Schützen auf das Ziel ausgerichtet
ist.
|
|
|
In langen Versuchen erproben Waffenentwickler
Heckler & Koch und Munitionsentwickler Dynamit Nobel Prototypen auf
dem Weg zu einer kriegsbrauchbaren Waffe für hülsenlose
Munition. Verschiedene Patronenformen, Patronenlager und Zuführungsarten
müssen zielgerichtet und systematisch untersucht werden. Die
anfangs seitliche Anzündung weicht bald der zweckmäßigeren
Heckzündung. 1970 sind die Studien soweit gediehen, daß
ein erstes, sich automatisch öffnendes Schießmodell mit
einer Abzugseinrichtung für Einzel- und 3-Schuß-Feuer gebaut
ist, jedoch vorerst noch ohne automatische Zuführung. Die Treffgenauigkeit
bei Feuerstößen wird an einem Modell untersucht, das konventionelle
9 mm-Patronen verschießt (Bild 9). |
|
|
Ganz wesentlich zur Präzision des Waffensystems
trägt die Lafettierung bei. Bei einem lafettierten Waffensystem
ist die Waffe rücklaufbeweglich in einem Gehäuse gelagert,
wobei die beim Schießen auftretenden Rücklaufkräfte
über eine beim Rücklauf sich spannende Feder auf die
Schulter des Schützen übertragen werden. Eine Stoßbelastung
tritt dadurch nicht mehr ein bzw. erst nach dem Austreten des
Geschosses aus dem Rohr. Damit kann der Schütze die Rückstoßkräfte
aufnehmen, ohne ihnen in präzisionsmindernder Weise auszuweichen.
Die Waffenstreuung wird unabhängig vom Schützen.
Die Erkenntnisse aus der lafettierten Waffe für Pistolenpatronen
werden auf die Waffe für hülsenlose Munition übertragen.
Bei den Untersuchungen der Treffwahrscheinlichkeit findet ein
Laser Anwendung. Er projiziert die Mündungsbewegung der Waffe
während eines 3-Schuß-Feuerstoßes auf empfindliches
Filmmaterial. Damit ist zu ermitteln, wieweit die Waffe aus dem
gewählten Haltepunkt schützenbedingt auswandert (Bild
10 und 11).

|
| |
Als erreichtes Ergebnis ist festzustellen, daß Ende September/Anfang
Oktober 1971 die Waffe für hülsenlose Munition so weit
entwickelt ist, daß sowohl Feuerstöße als auch
Dauerfeuer zu schießen sind: als Modell I (Bild 12, 13) nur
fest eingespannt und als Modell II (Bild 14) auch von der Schulter
aus.


Ende 1971 sind die Studienarbeiten abgeschlossen.
Sowohl die hülsenlose Munition als auch eine dafür geeignete
Waffe werden als realisierbar beurteilt, eine entsprechende weitere
Entwicklung wird zu einem truppenbrauchbaren Gewehr führen.
Nun kann die Entwicklungsphase beginnen.
Besondere Bedeutung erhalten die Heckler & Koch-Arbeiten an einer
neuen Schützenwaffe durch eine Vereinbarung zwischen dem deutschen
und dem britischen Verteidigungsminister vom Januar 1973. Ziel dieser
Vereinbarung ist ein gegenseitiger Informationsaustausch über
die jeweiligen nationalen Entwicklungsarbeiten an Infanterie-Handwaffen
und Infanteriemunition.
Der Informationsaustausch zwischen der BRD und Großbritannien
wird so geregelt, daß den beiden Regierungen größtmöglicher
Nutzen aus sich gegenseitig ergänzenden nationalen Studien
und Entwicklungsarbeiten erwächst. Dabei arbeitet der deutsche
Partner vornehmlich auf dem Gebiet der hülsenlosen Munition,
und der britische Partner spezialisiert sich auf das Gebiet eines
optimierten konventionellen Handwaffensystems im Kal. 4,85 mm x
45.
Die Zeitvorstellung des Bonner Verteidigungsministeriums geht unterdessen
dahin, daß die neue Schützenwaffe für hülsenlose
Munition 1975 bei der NATO vorgestellt werden kann und daß
1976 erste Waffen erprobt werden können.
Im Sommer 1973 zieht das Verteidigungsministerium Bilanz der Studienarbeiten
und vergleicht die Ergebnisse. Eine für den vollen Kriegseinsatz
taugliche Waffe hat keine der beteiligten Firmen vorgelegt. Das
Heckler 6 Koch-Konzept einer Waffe mit Walzenverschluß wird
als aussichtsreich beurteilt. So treffen Verteidigungsministerium
und Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung gemeinsam die
Entscheidung, das Konzept des Heckler & Koch-Rotationsverschlusses
für die weitere Studien- und Entwicklungsarbeit auszuwählen,
da es die größten Erfolgsaussichten verspricht, alle
Forderungen zu erfüllen.
Es ist wohl ganz besonders amerikanischer Unterstützung zu
verdanken, daß bei einer NATO-Arbeitstagung in Brüssel
Anfang November 1973 die Bundesrepublik zur Pilotnation der Entwicklung
einer neuen Schützenwaffe der zweiten Generation ernannt wird.
Die neue Waffe, das Heckler & Koch-Modell für hülsenlose
Munition, soll den NATO-Partnern im April 1977 in ausreichender
Menge ausgeliefert werden. 1977 werden auf NATO-Ebene Erprobungen
stattfinden mit dem Ziel, neben der 7,62 mm-Standardmunition eine
zweite, kleinere und leichtere Munition zu normieren. Zu diesen
Erprobungen will die Bundesrepublik schußtüchtige Waffen
für hülsenlose Munition bereitstellen. Die Zeitvorgaben
sind eng und fordern von allen Beteiligten angespanntes Arbeiten,
besteht doch zu diesem Zeitpunkt die begründete Hoffnung, daß
die Heckler & Koch-Waffe eines Tages auch bei den NATO-Partnern
eingeführt wird.
Mit dem Verschlußprinzip der Walze setzt Heckler & Koch die
weiteren Arbeiten fort. Im Sommer 1974 liegt ein Waffenmodell vor,
mit dem funktionssicher Einzelfeuer, 3-Schuß-Feuerstoß
und Dauerfeuer geschossen werden kann. Die dabei erreichten Schußfolgen
sind für den 3-Schuß-Feuerstoß ca. 1 800 Schuß/Minute
und für das langsame Dauerfeuer ca. 400 Schuß/Minute.
Zu diesem Zeitpunkt ist mit absoluter Sicherheit davon auszugehen
ist, daß das gewählte Waffenprinzip zu einer truppenbrauchbaren
Lösung führen wird.
Am 14. Juni 1974 wird das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung
vom Verteidigungsministerium beauftragt, die Entwicklung der neuen
Waffe einzuleiten. Am 23. Dezember 1974 kommt der erhoffte Entwicklungsvertrag
zustande.
Der Vertrag sieht vor, daß die Arbeiten im Herbst 1977 abgeschlossen
sind. Danach soll der Truppenversuch mit der neuen Waffe beginnen.
Hatte Heckler & Koch mit den vorausgegangenen Verträgen lediglich
Studien zu einer neuen Waffe durchführen sollen, so ist der
Vertrag vom Dezember 1974 ein Entwicklungsvertrag zu einem Gewehr
für hülsenlose Munition und schließt die Entwicklung
eines entsprechenden Visiers ein. Die bisherige enge Zusammenarbeit
zwischen Hensoldt und Heckler & Koch setzt ein Entwicklungsauftrag
fort, den Heckler & Koch am 28. Januar 1975 der Firma Hensoldt erteilt.

Beim Leistungsnachweisschießen des Prototyps
1 am 18. und 19. Dezember 1974 hatte Hensoldt zwei Ausführungen
des Reflexvisiers vorgestellt - montiert auf ein Heckler & Koch-Gewehr
HK 33 (Bild 15). Während Ausführung 1 keine Strichplattenbeleuchtung
hat, dient Visierausführung 2 als Erprobungsträger zur
Ermittlung der optimalen Strichplattenbeleuchtung mit einem Betalight
- einer nuklearen Lichtquelle (Bild 16), die in den ersten Jahren
der Visierentwicklung mit verschiedenen Mustern verwirklicht wird.
Später macht das Verbot tritiumhaltiger Lichtquellen in der
Bundeswehr den Einsatz dieser Konstruktionslösung nicht mehr
möglich.

|
|
|
| Ausführung |
Stückzahl |
Liefertermin |
Visiermodelle |
| 1 |
2 |
36.
KW 1974 |
Ausführung
nach Zeichnung SK 5073, 1 x mit Abschlußglas klar,
1 x mit Abschlußglas FG 6 |
| 2 |
1 |
50.
KW 1974 |
Erprobungsträger
zur Ermittlung der optimalen Strichplattenbeleuchtung |
| 3 |
6 |
17.
KW / 19. KW 1975 |
Reflexvisier
mit regelbarer Strichplattenbeleuchtung wie nach Ausf.
2 optimiert, verschiedene auswechselbare Blaufilter, 3
verschiedene Strichplatten (1 x nach FINABEL, 1 x mit
Balkenkorn und waagerechten Balken ohne Einteilung, 1
x nur Balkenkorn) |
| 4 |
6 |
45.
KW / 48. KW 1975 |
Optimierte
Kombination aus den Ergebnissen nach Ausführung.
Zusätzliche innenliegende Blende gegen Lichtaustritt
der Strichplattenbeleuchtung nach vorn. 3 verschiedene
Ausführungen des Lichteinfalls für das Absehen:
1. Lichteinfall direkt von vorn (bisherige Konzeption),
2. Halbkugelförmiges floureszierendes Plexiglas,
3. Lichteinfall direkt von vorn und von oben.
|
| 4
a |
3 |
20.
KW 1976 |
Entsprechend
Ausführung 4, jedoch unter Berücksichtigung
der Erprobungsergebnisse weiter optimiert |
| 5 |
4 |
40.
KW 1976 |
Optimierte
Ausführung unter Berücksichtigung der bis dahin
gewonnenen Ergebnisse |
| 1.
Vorserie |
10 |
10.
KW 1977 |
Mindestens
entsprechend Ausführung 5 |
| 2.
Vorserie |
70 |
22.
KW 1977 |
Entsprechend
mindestens der 1. Vorserie |
|
| Bild
17: Planung der Visierentwicklung vom 3. September 1974 |
|

Mit dem Entwicklungsauftrag geht eine Terminplanung
einher, die vorsieht, zu welchen Zeitpunkten welche Visiertypen
zur Erprobung bereitstehen müssen (Bild 17). Äußerlich
sehen diese Visierformen alle gleich aus (Bild 18), doch zeigt
der innere Aufbau die Absicht Hensoldts, eine möglichst universelle
Brauchbarkeit des Reflexvisiers bei den unterschiedlichsten Beleuchtungsverhältnissen
zu erreichen. Zur Kontrasterhöhung erprobt Hensoldt eine
Blaufärbung des Bildes und eine Rotfärbung der Strichplatte
durch Filter. Visierausführung 3 wird mit verschiedenen Formen
des Absehens erprobt. Oberstes Ziel aller Bemühungen um ein
brauchbares Reflexvisier ist eine Steigerung der Lichtausbeute.
Mit Ausführung 4 sollen verschiedene Möglichkeiten des
Lichteinfalls zur Strichplattenbeleuchtung verglichen werden (Bild
19, 20, 21, 22, 23), auch erhalten diese Versuchsmuster ein Kondensorsystem
mit einer halbkugelförmigen Sammellinse, die gegenüber
der bisherigen Konzeption wesentlich mehr Licht aufzufangen verspricht.
Die Strichplattenbeleuchtung mit einem Betalight darf nicht dazu
führen, daß der Schütze vom Gegner bemerkt wird,
Lichtaustritt aus der Optik nach vorne mit einer innenliegenden
Blende ist nur mit hohem Aufwand zu verwirklichen, außerdem
wird durch diese Blende der Lichteintritt begrenzt. Als einfachere
Lösung für die Regelung der Strichplattenbeleuchtung
schlägt Hensoldt nach vorn abgedeckte Betalights vor, die
in zwei Stufen verschiedener Helligkeit eingeschwenkt werden.
Während der Sommerzeit oder beim Schießen über
hellen Schneeflächen wird ein einschwenkbarer Kontrastfilter
notwendig, der krasse Helligkeitsunterschiede abschirmt. Mit einem
kippbaren Glaskeil realisiert Hensoldt die ballistische Anpassung
des Reflexvisiers an verschiedene Schußentfernungen (Bild
24).
|

|
Bild
19:
|
Versuchsmuster
für den letzten Entwicklungsstand des Reflexvisiers
(Entwicklungsstand etwa Anfang 1976). |
|
|
| Bild
20: |
Reflexvisier
Ausführung 4, hier noch die schematische Grundkörperdarstellung
vom 4. Oktober 1974. |
|
|

|
Bild
21:
|
G
11-Prototyp 1 mit Reflexvisier Ausführung 4. |
|
|
|
| |
|

| Bild
23: |
Letzter
Entwicklungsstand des Reflexvisiers (Ausführung 4a). |
|
|
| Bild
24: |
Prototyp
3 mit dem Reflexvisier des letzten Entwicklungsstandes. |
|
|
| |
|
|